100 Jahre Sport im Henschenbusch

>100 Jahre Sport im Henschenbusch<

2011 gehört das schöne Sportgelände im Henschenbusch 100 Jahre zur BTV 1877

Ein Ereignis, das gebührend unter oben genanntem Motto gefeiert werden soll. Der Gesamtvorstand beschloss ein ganzes Bündel an Festen und Sportereignissen im Henschenbusch für alle Aktiven der BTV, unsere Freunde und Fürsprecher.

Das waren die wichtigsten Termine im Jubiläumsjahr 2011

100 Jahre Sport im Henschenbusch - historische Bilder von Platz und Sport

ca. 1920
1966
1983
1984
1992

100 Jahre Sport im Henschenbusch - ein Gang durch die Geschichte

Ausschnitt Flurkarte 2010

Die im Jahr 1877 gegründete Bremer Turnvereinigung, die viele Jahre Turnhallen auf dem Peterswerder und im Viertel nutzt,  mietet im Jahr 1911 einen 8.200 Quadratmeter (qm)  großen „Turnplatz“ im Henschenbusch auf zehn Jahre an. Weil zu klein, kommen kurz darauf weitere 7.000 qm dazu. 1937 entsteht das erste Vereinsheim. Auch während der Kriege wird – soweit möglich – Sport in der BTV und im Henschenbusch getrieben. Im zweiten Weltkrieg ist die Anlage Operationsbasis einer Flak-Einheit (Flugabwehrkanone), eine zweckentfremdete Nutzung, die dem Sportplatz sehr zusetzt. Nach dem Krieg muss die Anlage in mühevoller Kleinarbeit wieder instandgesetzt werden.

Am 1. Oktober 1949 wird ein zusätzliches Handballfeld gepachtet – damals wird bereits das 20. Jahr in der BTV Handball gespielt – und die Sportanlage umfasst 22.500 qm. Am 14. Mai 1950 präsentiert sie sich nach umfassender Renovierung und mit der Unterstützung zahlreicher Helfer und Förderer im neuen Glanz, 1955 kann die Anlage dem Eigentümer, Familie Börner, abgekauft werden. Dafür wird das Vereinsgelände an der Hoyaer Straße veräußert – ursprünglich sollte hier eine Sporthalle der BTV entstehen, an deren Finanzierung Generationen von Sportlern ihr Scherflein durch Spenden und Beiträge beigetragen hatten – Kriege und Inflation machten die Pläne zunichte, es blieb beim Baugrundstück. Auch wenn die Fläche groß ist, fehlt doch ein attraktives Vereinsheim mit ausreichenden Umkleiden, Sanitärräumen und einem Treffpunkt für alle Generationen. Und ebenso fehlt das Geld, es zu bauen.  Für die Finanzierung trennt man sich 1964 schweren Herzens nach Verhandlungen mit der Stadt Bremen, an denen der damalige Leiter des Sportamtes, Hans Koschnick, beteiligt war, und nach Abstimmung durch eine außerordentliche Mitgliederversammlung, von 20.000 qm. Der Verkaufserlös ist zweckgebunden an den Bau eines neuen Vereinsheims.

Schon ab 20. April 1965 entsteht der kühne Stelzenbau des Architekten Herbert Richter. Bauausschuss, Sportamt und Landessportbund stehen dem Verein fördernd zur Seite. Die Kosten von gesamt 242.065 DM sind gut angelegt: Am 1. Januar 1967 verzeichnet die BTV über 1.000 Mitglieder gegenüber 700 im Jahr 1951. Im Frühjahr 1997 kommt der Spielplatz dazu, kurz darauf im selben Jahr das erste Beachvolleyball-Feld. Am 4. Mai 1999 erfolgt der erste Spatenstich für die neue  Baseball-Anlage, die ein Jahr später, am 14. Mai 2000 vom damaligen Bürgermeister Hartmut Perschau eingeweiht wird. Anfang Mai 2010 sind die Tribünen nach mehrmonatiger Sanierungsphase fit für die neue Saison.

Ein Sprint durch das Sportgeschehen im Henschenbusch
Der Henschenbusch steht, wie die BTV 1877, in einer herausragenden sportlichen Tradition. Leni Schmidt, die als Turnkind Mitglied der BTV 1877 war, brach bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften den 100-m-Weltrekord, während die Frauen-Sprintstaffel Vizemeister mit der gleichen Zeit wie der Meister wurde. So berichtet es die Vereins-Chronik für das Jahr 1929 – in diesem Jahr erhielten die Frauen im Verein übrigens das gleiche Stimmrecht wie die Männer. Wenn das nicht beflügelt ... Nach der Gleichschaltung in Hitler-Deutschland nehmen Sportlerinnen und Sportler der BTV an diversen Deutschen Turn- und Sportfesten teil. Als der Spuk zu Ende ist und am 19. April 1949 der alte Name „Bremer Turnvereinigung von 1877“ wieder gilt, geht es sportlich und damit auch mit dem Henschenbusch bergauf. So ist die BTV mit zeitweilig 20 Mannschaften an Zahl und Leistung der stärkste Faustball spielende Verein Bremens. 1986 findet hier zum ersten Mal ein Faustballturnier statt mit sage und schreibe 46 Mannschaften.

Im Lauf der Zeit ändern sich die Sportarten, die BTV 1877 macht mit, der Henschenbusch ist dabei. So kommt das Laufen in den 80er Jahren in Mode. Der „Trimm-Trab“ ins Grüne wird bereits 1982 ins Leben gerufen, im selben Jahr entsteht der Lauftreff Henschenbusch. 1987 folgt der „Trimmathlon“, ein Jedermann-Triathlon, am Richard Jürgens - Weg 40, schon zwei Jähre später wird die Baseball-Abteilung, noch heute ein Exot im Bremer Sportangebot, gegründet. 1994 ergänzt Walking und 2002 Stick-/Nordic Walking den Lauftreff.  Schließlich gehört Beachvolleyball seit 1997 zum BTV- und Henschenbusch-Sport. Seit demselben Jahr müssen Spaziergänger auch mit kleinen fliegenden Bällen rechnen, wenn das aktuelle Aushängeschild des Vereins – Baseball – von den Dockers trainiert und gespielt wird.

Sabine Hackmann

Bildergalerie zum Jubiläum

Fotos der Aktionen des Jahres 2011 hier unter Galerie der Aktionen

Henschenbusch heute